Optiklexikon



L

Landolt Ringe (Landoltringe)
Nicht ganz geschlossene Kreise, die bei der Sehstärkenprüfung als Prüfzeichen benutzt werden. Die Landolt-Ringe gelten als Standard, nach dem die anderen Sehzeichen wie Buchstaben, Zahlen oder Zeichen gestaltet werden, aber weniger exakt sind als die Landolt-Ringe.
Lederhaut
Undurchsichtiger hinterer Teil der äußeren Augenhaut. Die bindegewebige Lederhaut stellt ungefähr 80% der äußeren Augenhaut dar und bildet einen Schutzteil des Augapfels.
Lentikular-Gläser
Bei sehr starken Fehlsichtigkeiten (vor allem bei Kurzsichtigkeit) wird bei der Herstellung die Korrektur nicht über die ganze Brillenglasfläche eingeschliffen. Deshalb wird der Rand eines Lentikular-Glases viel dünner und die gesamte Brille um einiges leichter und schöner. Die Einschränkung des Blickfeldes fällt bei diesen Gläsern nicht stark ins Gewicht. Der Schliff kann heute praktisch "unsichtbar" angefertigt werden.
Lesebrille
Sie dient nach dem Eintritt der entwicklungsbedingten Weitsichtigkeit (Alterssichtigkeit) zum Ausgleich der verminderten Einstellmöglichkeiten der Augenlinse. Die Lesebrille ermöglicht zwar ein bequemes Sehen im Nahbereich, kann aber für die Fernsicht (z.B. beim Fernsehen) nicht verwendet werden. Möchte man in die Ferne und in die Nähe sehen, ohne jedesmal die Brille zu wechseln, so braucht man Bifokal-, Trifokal- oder Gleitsichtgläser.
Leuchtdichte
Wert für die Helligkeit einer leuchtenden Fläche , berechnet als Quotient aus Lichtstärke und Fläche. Masseinheit: Candela pro m2, Abk. cd/m2.
Levatorfunktion
Lidheberfunktion.
Licht
Elektromagnetische Strahlung, die sich gradlinig ausbreitet (Lichtgeschwindigkeit: 300'000 km/s). An der Grenze zweier Medien (z.B. zwischen Luft und Glas) wird die Strahlrichtung geändert (Brechung). Weisses Licht kann in verschiedene Farben zerlegt werden (Prisma), da diese eine unterschiedliche Brechung haben. Trifft Licht auf undurchsichtige Körper, wird es entweder zurückgeworfen/reflektiert (Spiegel, weisse Flächen) oder teilweise (farbige Flächen), bzw. ganz (schwarze Flächen), absorbiert.
Lichtmenge
Produkt aus Lichtstrom x Zeit, Masseinheit Lumenstunde (lmh).
Lichtstrom
Gesamte, von einer Lichtquelle ausgehende Strahlungsleistung, soweit sie vom Auge als Licht wahrgenommen wird. Masseinheit: Lumen (lm).
Lichtstärke
Lichtstromdichte nach internat. Einheitssystem. Eine nach allen Seiten gleichmässig strahlende Lichtquelle von 12,57 Lumen (Lichtstrom) hat die Masseinheit: 1 Candela (cd).
Lichtwellen
Gemäss Quantentheorie masselose Teilchen (Lichtquanten, Photonen), die von den Elektronen der Atome emittiert und absorbiert werden.
Lid
Kurzform für Augenlid. Teil der Schutzeinrichtung für das Auge.
Lidschlußreflex
Eigenschaft eines Auges bei starkem Lichteinfall oder bei Gefahr (Geräusch, schnell nähernder Gegenstand) schnell (in weniger als einer Viertelsekunde) einen Lidschluß auszuführen.
Linse (Augenlinse)
Mit der Linse erhält das Auge die Fähigkeit, Gegenstände, die in verschiedenen Entfernungen liegen, deutlich auf die Netzhaut abzubilden. Zu diesem Zweck ist die Linse elastisch und kann sich verschieden stark durchbiegen. Diese Elastizität, und damit das Einstellvermögen (Akkommodation), nimmt mit der Zeit ab. Es entsteht so eine entwicklungsbedingte Weitsichtigkeit.
Low Vision
"Low Vision" beschreibt eine Einschränkung des Sehens, die sich weder durch eine Brille noch durch Kontaktlinsen korrigieren lässt. Eine solche Sehverminderung kann verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich auswirken.

Mögliche Ursachen
  • Makula-Degeneration (betrifft Sehschärfe-Zentrum)
  • Retinitis pigmentosa (Netzhauterkrankung)
  • Usher-Syndrom (Erbkrankheit, die das Sehen und Hören betrifft)
  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • Katarakt (Grauer Star)
  • Glaukom (Grüner Star)
  • Augenverletzungen
Mögliche Symptome
  • Blendempfindlichkeiten (verschiedene Arten)
  • Verzögerte Anpassung an Helligkeit oder Dunkelheit
  • Gesichtsfeldeinschränkung
  • Gesichtsfeldausfälle
  • im Zentrum des Bilds kann man nichts mehr erkennen
  • schneller Abfall der Sehschärfe
  • gerade Linien sieht man krumm oder verzerrt
  • vermindertes Kontrastsehen
  • Nachtblindheit
Auswirkungen im Alltag

In unserer stark visuell ausgerichteten Welt ist der Alltag mit einem eingeschränkten Sehvermögen schwierig. Man ist verunsichert in der Orientierung und eingeschränkt in der Mobilität als Fussgänger/in. Man hat Mühe beim Lesen von Zeitung, Fahrplan, Preisschildern oder Kontoauszügen; Handarbeiten sind erschwert. Körperpflege, Haushaltarbeiten, Dinge suchen und finden, etc., werden immer schwieriger oder sind gar unmöglich. Mit schwindender Selbständigkeit, Sicherheit und Mobilität ist man zunehmend auf Hilfe angewiesen.

Optimales Ausnützen der verbliebenen Sehkraft

Auch wenn die Ursachen dieser Sehverminderungen nicht behoben, und deren Auswirkungen nicht ausreichend kompensiert werden können, besteht doch die Möglichkeit, die verbleibende Sehkraft optimal auszunützen.

Eine kompetente Low Vision-Beratung zielt darauf ab, die verbleibende Sehkraft mit allen Möglichkeiten optimal auszunützen. Dabei wird die individuelle Situation der Seheinschränkungen anhand von Tests und Gesprächen abgeklärt. Je nach Alltagsbereichen, in denen eine Verbesserung der Sehrest-Ausnützung gewünscht wird, können entsprechende optische Sehhilfen abgeklärt werden.

Lumen
Lichtstrom, Abkürzung: lm.
Lumenstunde
Lichtmenge, Abkürzung: lmh.
Lupe (Lesehilfe)
Einzellinse oder Linsensystem mit positivem Brechwert zur vergrößerten Betrachtung naher Objekte.
Verweis: Low Vision
Lux
Beleuchtungsstärke, Abkürzung: lx.

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